Ziel ist nicht eine symptomorientierte Kurzzeitlösung, sondern eine nachhaltige Stabilisierung unter sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung.

Wirkprinzip der Cannabinoide

Cannabinoide wirken über das körpereigene Endocannabinoid-System, das eine zentrale Rolle bei der Regulation von Stimmung, Stressverarbeitung, Schlaf, Schmerzempfinden und emotionaler Stabilität spielt. Durch die gezielte ärztliche Anwendung können bestimmte neurobiologische Regelkreise moduliert und dysfunktionale Prozesse positiv beeinflusst werden. Je nach Zusammensetzung (z. B. THC- und CBD-Anteil) unterscheiden sich Wirkungsschwerpunkte und Verträglichkeit deutlich.

Mögliche Anwendungsgebiete

Eine cannabisgestützte Behandlung kann – nach sorgfältiger fachärztlicher Prüfung – erwogen werden bei:

  • Chronischen Angst- und Spannungszuständen
  • Posttraumatischen Belastungsstörungen
  • Depressiven Syndromen mit therapieresistentem Verlauf
  • Schlafstörungen im Rahmen psychischer Erkrankungen
  • Psychosomatischen Beschwerdebildern
  • Chronischem Stress und innerer Unruhe

Die Indikationsstellung erfolgt stets individuell und unter Berücksichtigung bestehender Diagnosen, Vorerkrankungen und Begleitmedikation.

Ärztliche Indikationsstellung und Kontrolle

Der Einsatz von medizinischem Cannabis erfordert eine gründliche psychiatrische und psychosomatische Diagnostik. Vor Beginn der Behandlung klären wir ausführlich über Wirkungen, mögliche Nebenwirkungen, Wechselwirkungen und rechtliche Rahmenbedingungen auf.

Die Therapie erfolgt:

  • in individuell angepasster Dosierung
  • unter regelmäßiger ärztlicher Verlaufskontrolle
  • mit kontinuierlicher Nutzen- und Verträglichkeitsbewertung

Ein verantwortungsvoller Umgang, Transparenz und medizinische Sicherheit stehen dabei im Vordergrund.

Einbettung in ein ganzheitliches Behandlungskonzept

Cannabisgestützte Therapie verstehen wir nicht als alleinige Maßnahme, sondern als Teil eines integrativen Behandlungsansatzes. Sie wird – sofern sinnvoll – kombiniert mit:

  • ärztlicher Psychotherapie
  • psychosomatischer Begleitung
  • medikamentösen Standardtherapien
  • verhaltens- und ressourcenorientierten Interventionen

So kann die Behandlung gezielt unterstützen, ohne andere therapeutische Säulen zu ersetzen

Unser Anspruch

Die cannabisgestützte Behandlung erfolgt in unserer Praxis auf der Grundlage medizinischer Verantwortung, fachlicher Erfahrung und aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse. Unser Ziel ist es, Patientinnen und Patienten mit komplexen oder langanhaltenden Beschwerden eine weitere, individuell abgestimmte therapeutische Option zu eröffnen – klar strukturiert, verantwortungsvoll und patientenzentriert. Gerne beraten wir Sie persönlich, ob diese Behandlungsform für Ihre Situation infrage kommt.